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Küchentheke bauen – so geht´s

Von: - Planungswelten,

Schon bei der Erstbesichtigung wusste ich es sofort! Diese Wohnung war wie für mich gemacht! Ein schönes helles Wohnzimmer, ein Schlafzimmer mit Fenster Richtung Osten, ein kleines Kinderzimmer, das durch die Tür zum Flur vom Lärm abgeschirmt lag und ein kleines zweckmäßiges Bad.

Die Küche gefiel mir jedoch zunächst gar nicht. Sie war klein und hatte zudem nur ein schmales Fenster. Ich kam mir in dem beengten Raum irgendwie eingesperrt vor. Als ich mich im Rahmen der Besichtigung kurz an die Wand zum Wohnzimmer lehnte, merkte ich, dass diese aus Holz nachträglich eingezogen wurde.

Ab diesem Moment wohnte ich vor meinem geistigen Auge schon hier. Ich hatte die Idee, die Holzständerkunstruktion einfach durch eine Küchentheke im Vintage-Style zu ersetzen und damit eine Wohnküche zu gestalten. Heute kann ich sagen, es war die absolut richtige Entscheidung selbst eine Küchentheke zu bauen. Fußball schauen, mit Freunden feiern, beim Essen zubereiten mit dem Besuch unterhalten – alles kein Problem. Die neu gebaute Küchentheke ist der Mittelpunkt meiner Wohnung geworden und mein Lieblingsplatz beim Essen.

Weitere Ideen rund um die Küche

Auf einen Blick:

  • Wohnküchen vermitteltn offenes Wohngefühl und machen diesen besonderen Raum schnell zum Zentrum des Hauses.
  • Eine Küchentheke kann aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
  • Offene Küchen haben den Nachteil, dass Fette und Gerüche sich leichter auch in anderen Räumen verteilen.
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Wand raus, Theke rein, Wohnküche bauen – eigentlich ganz einfach

Zugegeben, die Holzwand zu entfernen war nicht besonders schwer und macht auch nicht annähernd so viel Dreck wie eine Steinwand.

Daher war dieser Arbeitsschritt ziemlich schnell erledigt. Ganz im Gegensatz zum Finden des richtigen und mir gefallenden Baumaterials. Ich dachte dabei an eine Art Ziegelstein. Ich mag vor allem die Steine im Shabby Chic sehr gern. Man sieht sie öfter in alten Gebäuden als freigelegte Ziegelwände. Sie ergeben einen schönen Kontrast zu den zumeist glatten und daher ein wenig steril wirkenden Wänden und besitzen einen warmen Farbton.

 

Das Problem war jedoch, dass die meisten Ziegelsteine einfach nicht alt, rustikal, nach Vintage oder Shabby Chic aussahen. Doch dann fand ich im Baustoffhandel „meinen“ Stein. Eigentlich eher zufällig. Er lag dort in einer Ecke des Geländes und hieß Veldbrand.

Davon hatte ich vorher nie gehört, dennoch war er genau nach meinem Geschmack. Und da ich hochmotiviert war, die erste offene Wohnküche meines Lebens endlich umzusetzen, hat es mir auch (fast) nichts ausgemacht, die nahezu 350 Steine in die zweite Etage meines neuen Heims zu tragen.

Stein auf Stein zur fertigen Theke

Ist die erste Reihe sauber gelegt, geht das weitere Unterfangen gut von der Hand. Wichtig ist, eine vernünftige Mörtelverbindung zum Fußboden herzustellen. Das bedeutete in meinem Fall, das alte Linoleum zu entfernen, um im Anschluss daran die erste Steinreihe direkt auf den Estrich setzen zu können.

Zur Stabilisierung der Wand mauerte ich eine kleine Ecke am Ende der einen Thekenseite. Am anderen Ende, wo der Tresen auf eine im rechten Winkel verlaufende Außenwand traf, arbeitete ich in jede Fuge einen langen Nagel ein, den ich vorher in die Außenwand eingeschlagen hatte. Dieser lag dann auf dem jeweils ersten Stein der neuen Reihe und ermöglichte eine festere Verbindung zur Wand.

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Thekenplatte und Beleuchtung

Nachdem ich beim Mauern die für mich richtige Höhe erreicht hatte, musste noch die Thekenplatte befestigt werden. Hierzu nahm ich eine vier Zentimeter dicke stabverleimte Buchenplatte.

Diese verklebte ich mit Hilfe von Silikon mit der obersten Steinreihe. Der Vorteil hierbei: Es diente auch zur optischen Abdichtung. Da die Steine sehr ungleichmäßig sind, entstehen Spalten zwischen Thekenplatte und oberster Steinreihe. Die Platte selbst verschraube ich mit ca. zehn Zentimeter langen Maschinenschrauben direkt mit dem frischen Mauerwerk.

Als besonderes Highlight – im wahrsten Wortsinne – verlegte ich unter der Thekenplatte auf der Küchenseite einen Lichtschlauch mit warmem Weißlicht und auf der Wohnseite eine LED-Lichtschlauch, der es erlaubt, die Theke mit farbigen Lichtakzenten entsprechend in Szene zu setzen.

 

Um den schmalen Eingang zu meiner Küche nicht noch zusätzlich zu verengen, ließ ich die Thekenplatte nicht ganz bis zum Ende durchgehen sondern befestigte dort ein rundes Tablett, das hervorragend als nützliche Ablagefläche dient. Die Küche wirkt heute durch diesen Umbau viel größer und lädt ein, auch einen ganzen Abend lang in vertrauter und wohnlicher Atmosphäre zu verbringen.

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