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Gewächshaus planen – die ersten Schritte zum eigenen Treibhaus

Von: - Planungswelten,

Um Ihre Blumen gegen den Winter zu rüsten ist ein Gewächshaus genau die richtige Lösung. Dort können Kübelpflanzen wie Agapanthus und Oleander sicher überwintern und im Frühjahr wieder auf der Wiese zwischen den Blumenbeeten aufgestellt werden. Aber auch wärmebedürftige Pflanzen wie Kakteen oder Orchideen finden ihren Schutz im privaten Kleingewächshaus. Doch wie genau legt man ein Gewächshaus an? Was muss man dabei alles beachten und wie geht man konkret vor?

Weitere Ideen und Tipps rund um den Garten
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Die Eigenschaften eines Gewächshauses

In erster Linie dienen Gewächshäuser der Produktion des Gartenanbaus. Durch den Glashauseffekt, der durch die Dacheindeckungen erreicht wird, welche entweder aus Glas oder Kunststoffplatten sind, erhöhen sich die Temperaturen im Gewächshaus und die Pflanzen werden vor Wind und Niederschlag geschützt. Darüber hinaus können Bewässerung und Lufttemperatur separat gesteuert werden. Einzelne Pflanzen erhalten somit eine optimale Zucht. Ein Gewächshaus kann neben der Zurschaustellung in botanischen Gärten und Forschungszwecken auch im privaten Garten eine sinnvolle Anschaffung sein. Bevor man sich für Form, Größe und Position eines Gewächshauses entscheidet, kann man mithilfe einer Schnur und Pflanzenstäben den Standort provisorisch darstellen.

Aufbau eines Gewächshauses

Haben Sie sich für einen Ort entschieden, wird das Fundament gegossen und das Tragwerk des Gewächshauses aufgebaut. Dieses kann aus Holz, Stahl oder Mauerwerk bestehen. Hinzu kommen die Glasscheiben oder lichtdurchlässigen Kunststoffplatten. Steht das Gewächshaus in seiner Konstruktion, müssen die einzelnen Kulturflächen im Inneren angelegt werden. Hier haben Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Arten von Beeten. Bodenbeete, Hängebeete oder Tischbeete/Hochbeete. Beim Grundbeet ist der natürliche Boden durch eine Sperrschicht aus Beton oder Folie getrennt. Zudem gibt es speziellen Vorrichtungen zur Regulierung der Temperatur und Luft innerhalb des Gewächshauses. Viele professionelle Gewächshäuser verfügen obendrein noch über Bewässerungsanlagen, Sonnenschutz oder Insektennetze. Hobbygärtnern genügt die Gießkanne zum Bewässern aber meist völlig.

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Funktionsweise von Gewächshäusern

Gewächshäuser lassen sich in drei verschiedene Kategorien gliedern. Als Kalthäuser bezeichnet man Gewächshäuser, deren Innentemperatur nicht unter 12 °C sinkt. In temperierten Häusern können Pflanzen stehen, die bis 18 °C vertragen und in Warmhäusern, auch Treibhäusern genannt, wachsen Pflanzen in Temperaturen über 18 °C. Bei extremer und lang andauernder Sonneneinstrahlung kann sich die Temperatur in einem Gewächshaus leicht auf 35 °C erhöhen. Lüften ist darum eine unvermeidbare und sehr wichtige Angelegenheit bei der Zucht von Pflanzen im Gewächshaus.

Kleingewächshäuser

Kleingewächshäuser im privaten Garten verlängern das Gartenjahr. Wer Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten ganzjährig zur Verfügung haben möchte, für den ist die Planung eines Gewächshauses genau das Richtige. Aber auch Wein kann im Gewächshaus angebaut werden. Kleingewächshäuser unterscheiden sich in ihrer Ausstattung bezüglich Größe, Technik und Einrichtungen zur Klimaregulierung. Planen Sie unbedingt eine Wärmedämmung beim Bau Ihres Gewächshauses! Dann kostet das Heizen nicht mehr als notwendig. Weiterhin gilt es bei der Planung zu beachten, dass das Gewächshaus nicht allzu weit vom Wohnhaus entfernt ist. So wird Energieverlusten vorgebeugt, gerade wenn die Heizung an das Wohnhaus gekoppelt ist. Der Standort sollte ferner möglichst schattenfrei sein. Normalerweise gedeihen Pflanzen in einem Gewächshaus mit Ost-West-Richtung besser, als solche in einem mit Nord-Süd-Richtung. Anlehnende Gewächshäuser am Haus sollten nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtet sein und niemals nach Norden.

Gesetzliche Vorschriften zum Gewächshaus

Über die bauliche Genehmigung von Gewächshäusern gibt es keine bundesweite, gesetzliche Auflage. Die einzelnen Bundesländer entscheiden hierüber unabhängig voneinander. Sind Gewächshäuser kein permanenter Aufenthaltsort und verfügen sie auch nicht über eine Feuerstelle, so sind sie auch nicht genehmigungspflichtig. Genaueres findet sich in den separaten Landesbauordnungen der Bundesländer. Von der Höhe sollte das Gewächshaus so gewählt werden, das Arbeiten ohne Bücken grundsätzlich möglich ist. Natürlich sollte man sich als Hobbygärtner auch Gedanken darüber machen, welche Pflanzen man zukünftig dort züchten möchte und das Gewächshaus dementsprechend konzipieren. Die Grundfläche eines Gewächshauses zum privaten Gemüseanbau beträgt mindestens 3 x 4 m und hat eine Firsthöhe von 2 m.

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Gewächshaus kaufen oder selberbauen

Die einfachere Lösung ist definitiv der Kauf eines Gewächshauses, besonders wenn es noch dazu montiert wird. Zwar ist diese Methode deutlich teurer, doch dafür können Sie sich auf den Aufbau von Experten verlassen. Günstiger ist dagegen der eigene Aufbau des Gewächshauses mithilfe der Montageanleitung. Viel Zeit und viele freiwillige Helfer sind ebenso vonnöten. Ein Gewächshaus von der Pieke auf komplett selbst zu konstruieren ist nur dann ratsam, wenn Sie handwerkliche Fähigkeiten besitzen. Der Bau eines großen Gewächshauses sollte nicht überschätzt werden, da die Konzeption viel schwieriger ist als beispielsweise die eines kleinen Folien-Gewächshauses zum Tomatenanbau.

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