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Schnittkunst am Buchsbaum

Von: - Planungswelten,

Formgehölze als Gartenschmuck begeistern die Menschen seit der Antike. Wer sie heutzutage in seine Gartengestaltung integriert, bewegt sich in einer sehr alten Tradition. Am beliebtesten waren und sind Hecken und geometrische Figuren wie Kugeln oder Pyramiden, doch mit den passenden Pflanzen und der richtigen Schnitttechnik sind der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt.

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Besonderheiten von Buchsbaum

Buchs (Buxus sempervirens) wird oft als Buchsbaum bezeichnet, obwohl er häufiger als Strauch wächst.
Er ist meist sehr teuer, weil er mit einem Jahreszuwachs von nur etwa 10cm sehr langsam wächst und daher länger vorgezogen und gepflegt werden muss. Durch seinen langsamen Wuchs macht er aber später keine Arbeit. Man kann ihn durch Stecklinge leicht selbst vermehre, das lohnt sich oft vor allem für eine meterlange niedrige Buchshecke (Einfassungshecke, Einfassungsbuchs).
Mit etwas Geduld wachsen aber nach einigen Jahren auch schöne mittelhohe bis hohe Buchsbaum Sträucher heran, und man erhält damit die edelsten immergrünen Hecken oder Solitärsträucher, die man sonst meist nur in den Gärten der Reichen sieht.
Lebensdauer: Die prächtigen Buchshecken können bis zu 500 Jahre alt werden.

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Skulpturen-Garten

Durch die Verbindung von strengen, geschnittenen Formen und natürlichen Elementen können Gartenbesitzer die Attraktivität ihres Gartens auf einfache Art und Weise steigern und interessante Akzente setzen. Formgehölze haben wegen ihres außergewöhnlichen Aussehens eine intensivere Ausstrahlung als andere Pflanzen und sollten entsprechend freistehen, um zur Geltung zu kommen. Neben Farb- und Größenkontrasten sind es vor allem die unterschiedlichen Figuren, die den Garten strukturieren und als Stilmittel Spannung erzeugen.

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Mit Schere und vor allem mit Feingefühl

Jeder (Hobby) Gärtner hat das Zeug zum „grünen Bildhauer“: Alles, was er neben Werkzeug – am besten eine qualitativ hochwertige, scharfe Heckenschere – und „Pflanzenmaterial“ benötigt, sind Mut zum Anfangen, ein bisschen Kreativität und Geduld. Der beste Zeitpunkt für einen Gestaltungsschnitt – auch Sommerschnitt genannt – ist Anfang Mai bis Ende Juni. In dieser Zeit beginnen die Gehölze mit dem Wachstum und haben nach dem Schnitt noch genügend Zeit und Kraft, wieder auszutreiben. Nur bei frisch gepflanzten Gehölzen sollte man bis zum nächsten Frühjahr warten, damit die Pflanzen keine Doppelbelastung durch Verpflanzen und gleichzeitigem Schnitt bekommen. Im Spätsommer kann nach Bedarf ein weiterer Pflegeschnitt durchgeführt werden. Robusten, winterharten und schnittverträglichen Pflanzen wie zum Beispiel Buchsbaum, Eibe, Ilex und Wacholder schadet regelmäßiger Schnitt nicht im geringsten, im Gegenteil: Richtig und zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführt, verjüngt er die Pflanze und beugt Krankheiten vor. Generell sind junge Pflanzen besser formbar als ältere. Pflanzen, die noch nicht ihre endgültige Gestalt erreicht haben, müssen mindestens zweimal im Jahr geschnitten werden, damit die Verzweigung in die gewünschte Richtung gefördert wird.

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Tipps:

Achten Sie beim Pflanzen auf die Standortansprüche der Pflanzen! Sonnige bis halbschattige Plätze sind für Formpflanzen besonders geeignet; nasse, tief liegende oder stark verdichtete Böden und sehr schattige, dunkle Standorte, zum Beispiel unter Bäumen, schränken das Wachstum stark ein.

Beweisen Sie Augenmaß beim Schneiden: Lieber erst einmal wenig als gleich zu viel schneiden! Um ihre Form zu behalten, müssen immergrüne Formgehölze mindestens einmal im Jahr geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist von Mitte Mai bis Ende Juni, sie können aber auch noch im August geschnitten werden. Von einem späteren Termin ist abzuraten, weil die frischen Triebe dann noch zu empfindlich sind, wenn der Frost einsetzt. Der Rückschnitt sollte an Tagen mit bedecktem Himmel erfolgen, damit die äußeren Blätter, die sich bisher im Pflanzeninneren befanden, nicht durch ungewohnte, starke Sonneneinstrahlung verbrennen.

Bedenken Sie, dass die Formgehölze trotz des jährlichen Schnitts weiterhin an Größe und Volumen zunehmen. Planen Sie daher beim Pflanzen sofort genügend Raum ein. Damit ist auch garantiert, dass die Pflanzen für den Schnitt von allen Seiten zugänglich sind.

Für den mobilen Garten bieten sich Formgehölze in Pflanzkübeln an: Kübel mit geometrisch geformten Gehölzen können die Architektur eines Gebäudes unterstreichen. Daher sind Pflanzkübel mit Formgehölzen sehr gut für den Eingangsbereich, für die Auffahrt eines Hauses oder für die Terrasse geeignet.

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