Diese Versicherungen brauchen Hausbesitzer wirklich

Von: - Planungswelten,

Ein Haus zu kaufen ist eine große Sache. Und für viele Menschen handelt es sich beim Hauskauf um die teuerste Investition ihres Lebens. Wer nun darauf bedacht ist, bei dieser Anschaffung ja nicht zu viel Geld auszugeben, läuft Gefahr, am falschen Ende zu sparen und zu wenig für die Versicherungen auszugeben. Auf der anderen Seite gibt vielleicht zu viel aus, wer sich in dem Bestreben, alle Eventualitäten mitzudenken, überversichert. Immobilienkäufer sollten daher wissen, welche Policen für sie wirklich wichtig sind und auf welche sie verzichten können.

Wohngebäudeversicherung – diese Versicherung ist ein Muss

Bis 1994 war die Wohngebäudeversicherung in einigen deutschen Bundesländern Pflicht. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Ein Muss ist diese Versicherung aber dennoch. Denn schwere Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm können jeden treffen. Und die wenigsten Hausbesitzer können diese Schäden mit dem Geld aus der Portokasse beheben lassen.

Hauseigentümer müssen sich selbst um den Abschluss der Wohngebäudeversicherung kümmern. Wer eine Eigentumswohnung besitzt, zahlt einen Anteil an der Police der Eigentümergemeinschaft.

Im Rahmen der Wohngebäudeversicherung kann es lohnenswert sein, eine extra Police zu Elementarschädenabzuschließen. Diese Police springt bei Schäden am Gebäude durch Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdrutsche oder Schneedruck ein. Das Problem bei dieser Police ist: Wer sie kaum nötig haben wird, zahlt zwar nicht allzu viel für die Versicherung gegen Elementarschäden, aber sehr wahrscheinlich umsonst. Und wer in einer sogenannten Wohngefährdungszone wohnt – also beispielsweise in Flussnähe – der muss mit sehr hohen Beiträgen rechnen, die im Schadensfall allerdings sehr gut angelegt waren.

Hausratversicherung für Hab und Gut

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden am Haus auf. Doch was passiert, wenn das Inventar zu Schaden kommt oder bei einem Einbruch gestohlen wird? Für diesen Fall gibt es die Hausratversicherung. Diese lohnt sich für alle, die es sich nicht leisten könnten, nach einem Schaden ihre Einrichtung auf eigene Kosten zu ersetzen. Auch wer ein besonders wertvolles Mobiliar, Kunstgegenstände oder teure Technik besitzt, ist mit einer Hausratversicherung gut beraten.

Haftpflichtversicherung – alle Eventualitäten abgedeckt?

Eine private Haftpflichtversicherung haben viele Menschen schon vor dem Hauskauf – denn im Rahmen eines Mietvertrags ist diese oft gefordert. Sie bietet auch einen guten Grundschutz, doch sollte die Police darauf geprüft werden, ob auch alle Eventualitäten, die auf Hausbesitzer zukommen können, abgedeckt sind. Wer seine Immobilie vermietet, braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Das gilt übrigens auch für unbebaute Grundstücke. Denn auch hier kann es zu Unglücksfällen kommen – so auf dem Gehweg vor dem Grundstück im Winter. Und wer mit Öl heizt, sollte eine Haftpflichtversicherung für Gewässerschaden abschließen. Diese ist zwar vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, doch kann ein Leck im Öltank teuer werden, wenn dadurch Öl ins Grundwasser gelangt.

Tipp: Im Idealfall werden die Kosten für die im Rahmen des Hauskaufs benötigten Versicherungen schon vor dem Immobilienkauf überschlagen. Denn die Ausgaben für Versicherungen sind für Immobilienbesitzer nicht unerheblich und sollten unbedingt berücksichtigt werden, wenn es darum geht, wie viel Geld jeden Monat für den Abtrag eines Kredits und weitere Nebenkosten aufgebracht werden kann.

Rechtsschutz- und Reparaturversicherungen

Die oben genannten Versicherungen sind dringend angeraten. Bei allen übrigen Versicherungen müssen Immobilienbesitzer abwägen, ob sich weitere regelmäßige Ausgaben lohnen. Dies gilt zum Beispiel für die Rechtsschutzversicherung. Diese kann bei Auseinandersetzungen mit den Nachbarn hilfreich sein.

Je nach Ausstattung der Immobilie können auch spezielle Reparaturversicherungen sinnvoll werden. Wer beispielsweise ein Haus mit großen Glasfronten besitzt, kann über eine Glasversicherung nachdenken. Viele Hausbesitzer beziehen solche Faktoren jedoch lieber bei der Rücklagenbildung mit ein und legen monatlich auf eigene Faust eine bestimmte Summe zurück, die dann für Renovierungs-, Sanierungs-, Modernisierungs- oder Reparaturarbeiten flexibel eingesetzt werden kann.

Restschuldversicherung, Lebensversicherung und BU – gegen jedes Risiko gewappnet

Wer für einen Hauskauf oder -bau bei der Bank einen Kredit aufgenommen hat, sollte zudem über Möglichkeiten nachdenken, diesen abzusichern. Dies gilt vor allem, wenn das Darlehen überwiegend vom Gehalt eines Hauptverdieners getilgt wird. Natürlich beschäftigt sich niemand gerne mit der Frage, was geschieht, wenn der Hauptverdiener aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod ausfällt, doch ist dies ausgesprochen wichtig. So kann eine Risikolebensversicherung im Todesfall einspringen und dafür sorgen, dass die Hinterbliebenen nicht neben der emotionalen Last, auch noch einen Schuldenberg abzutragen haben. Eine Restschuldversicherung kann dafür Sorge tragen, dass die Immobilie im Falle einer Berufsunfähigkeit oder im Todesfall abbezahlt wird. Und da der gesetzliche Schutz hier lückenhaft ist, bietet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung an, die im Fall der Fälle dafür sorgt, dass der Kredit dennoch bedient werden kann.

Übrigens: Wer baut, benötigt noch einmal besondere Versicherungen für die Bauphase. Denn hier kann einiges schiefgehen, was im schlimmsten Fall die Häuslebauer ruinieren kann.