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Hanghäuser – Bauen auf der Schräge

Von: - Planungswelten,

Über das Bauen am Hang lässt sich trefflich streiten. Die einen sehen dabei vor allem die nicht zu beschönigenden Nachteile, die anderen vermutlich eher den Luxus eines unverbaubaren Blicks, die dadurch mögliche Weite und die baulichen Besonderheiten, die ein Haus am Hang wirklich einzigartig erscheinen lassen. Geanau deshalb wollen wir ein wenig mehr Aufklärung betreiben und aufzeigen, was Sie bei der Bebauung eines Hanggrundstückes im Wesentlichen erwartet und worauf Sie besonders achten sollten.

Weitere hilfreiche Tipps zum Thema Hausbau finden Sie hier

Eine Übersicht zum Start:

  • Vor Baubeginn muss bei Bauvorhaben in Schräglage ein geologisches Gutachten erstellt werden
  • Aufgrund der exponierten Lage steigen die Kosten für Baustelleneinrichtung, Erschließung und nötige Treppen im und außerhalb des Hauses
  • Besondere Sorgfalt ist beim Umgang mit Hangwasser erforderlich. Es kann das eigene Gebäude schädigen, ist aber auch der Grund für viele Nachbarschaftsstreitigkeiten
  • Häuser am Hang bestechen oft durch eine einzigartige Architektur

Ein Hang zum Bauen – auf die Blickrichtung kommt es an!

Die geographische Ausrichtung eines Grundstückes in Schräglage ist bedeutend wichtiger als bei Bauland in der flachen Ebene.

Häuser an Nordhängen führen oftmals im wahrsten Sinne des Wortes ein Schattendasein. Fehlende Sonne kann dann nicht nur zu größerem Energiebedarf führen sondern auch auf die Stimmung und das Gemüt der Bewohner drücken.

Wer sich also zu den Sonnenanbetern zählt, sollte solch ein Grundstück nur im Notfall wählen. Bei Ost- oder Westausrichtung eines abfallenden Bauplatzes muss man hingegen vielleicht nur auf die Morgen- oder Abendsonne verzichten.

Um Herauszufinden, ob das ausgewählte Grundstück wirklich glücklich macht, sollten die Bauherren es zu möglichst vielen Zeiten im Tagesverlauf besuchen und dabei den Stand der Sonne beobachten.

Am Idealsten sind zweifelsohne Hanggrundstücke in Südlage. Durch die stets präsente Sonne können große Fenster verbaut werden. Diese spenden viel Licht und Wärme, sparen damit Energie und lassen die Wohnräume freundlich, offen und einladend erscheinen.

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Besondere Sorgfalt bei Bauplatz in Schräglage

Bauland in Hanglage bringt Besonderheiten mit sich. Mit einer genauen Prüfung des schrägen Grundstücks ist es möglich, die Unwägbarkeiten so überschaubar und gering wie möglich zu halten.

Dank einer geologischen Untersuchung lässt sich problemlos die Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens ermitteln. Diese Informationen benötigen vor allem auch die ausführenden Firmen, um eine seriöse Kostenkalkulation bewerkstelligen zu können.

Besonders wichtig sind hierbei Maßnahmen zur Steigerung der Stabilität. Diese sollen vor allem das Abrutschen des Hangs verhindern und gewinnen an Bedeutung, wenn oberhalb des geplanten Hauses bereits Gebäude stehen, die in Mitgliedschaft gezogen werden könnten.

Damit niemand baden geht – Obacht beim Umgang mit Hangwasser

Ist die geologische Bebauung des Hanggrundstücks geklärt, stehen alle Bauherren von Hanggrundstücken stets vor dem gleichen Problem. Hangwasser kann nicht nur zu beträchtlichen Problemen durch Einsickern in das eigene Haus führen, es ist gleichzeitig auch der Grund unzähliger Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Um dies schon im Vorfeld zu vermeiden, ist es unerlässlich, Drainageleitungen, die das anfallende Wasser ableiten, zu verbauen. Der Besitzer des tiefer liegenden Hauses muss hierbei akzeptieren, dass aus dem Lauf der Natur entstehende Wassermengen (beispielsweise starker Regen, Schneeschmelze) auf das eigene Grundstück gelangen.

Dennoch kann er rechtliche Schritte einleiten, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen wurden, die dazu führen, dass zusätzliches Wasser von höhergelegenen Grundstücken möglicherweise sein Haus und Grund schädigen.

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Mehr Sicht, mehr Kosten

Grundsätzlich können Häuslebauer, die am Hang ihr Glück suchen davon ausgehen, dass ihr zukünftiges Eigenheim durch die exponierte Lage auch etwas teurer wird. Den höheren Kosten für die aufwendigere Baustelleneinrichtung, die Erschließung oder das Absichern des Hangs vor dem Abrutschen kann aber auch gezielt entgegen gesteuert werden.

Wer sein Haus etwa in den Hang „eingräbt“, also von möglicherweise drei Seiten umschließt, erhält eine natürliche Dämmung, die zur Reduzierung der Heizkosten führen kann. Hausbesitzer in Südhanglagen können sich zudem viele Sonnenstunden zu Nutze machen und öfter auf natürliche Energie setzen, während andere schon kräftig die Heizung „anfeuern“ müssen.

Ist der jeweilige Hang besonders steil, müssen auch im Haus selbst große Höhenunterschiede überwunden werden. Dies geschieht in der Regel mit Treppen, die – in Abhängigkeit von Größe und Design – ein entscheidender Kostenpunkt werden können.

Hanghäuser – immer eine Spur außergewöhnlicher

Natürlich gibt es neben den geschilderten Schwierigkeiten und damit verbundenen Kostensteigerungen auch große Vorteile und besondere Möglichkeiten bei Hanghäusern. Denn ein unverbaubarer Blick ist monetär sicher nur schwer aufzuwiegen und daher fast unbezahlbar.

Wer es darüber hinaus versteht, sein Haus dem Hangverlauf ein wenig anzupassen wird Einzigartiges schaffen können. Besonders wenn Architekten die Möglichkeit nutzen, mit einem schwierigen Gelände geschickt umzugehen, können Hangbauten wirkliche „Hingucker“ werden und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

 

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Hierzu können jeweils um ein halbes Geschoss gegeneinander verschobene Wohnflächen ebenso einen wichtigen Beitrag leisten, wie eine offene und möglicherweise auf große Fensterflächen ausgerichtete Wohnungseinrichtung.

Darüber hinaus bieten Gärten mit Schräglage außerordentliche Chancen in der Gestaltung mit Wasser.

Gut Vorstellbar: Ein kleiner Bachlauf, an einer Terrasse endend, von der aus man den Blick auf die eigenen vier Wände oder ins Tal richten kann.

Hanghäuser haben fast immer ihren besonderen Reiz und sollten nicht allein mit den Begriffen teuer und problematisch in Verbindung gebracht werden sondern vor allem mit Begriffen wie einzigartig, innovativ und nicht zu vergessen: Weitblick.

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